Shoah – Skulptur von Schang Hutter

Der Skulpturenweg vom Grauholz bis zum Bundeshaus
1998 wurde zum Jubiläum 200 Jahre Helvetik und 150 Jahre Bundesstaat Geld für verschiedene kulturelle Ereignisse locker gemacht. Eines davon war der Skulpturenweg vom Grauholz.
Im Rahmen der Ausstellung Grauholz wurden Künstler eingeladen, sich Gedanken zu machen über den Weg von der alten Eidgenossenschaft bis hin zum modernen Bundesstaat, unter dem sehr weit gefassten Motto „Frei sein – gleich sein – offen sein“. Zu Ende ging die Zeit des alten Bern mit der Niederlage des Anciem Régime gegen die Soldaten von Napoleon, welche die neue Zeit vor 200 Jahren im Grauholz einläuten wollten, 16 Kilometer von Bern entfernt.
Und so führte der Skulpturenweg vom Grauholzdenkmal bis vor das Bundeshaus in Bern. Mit 75 Werken verwandelten die 12 Künstlerinnen und die 64 Künstler diesen Weg in ein Gesamtkunstwerk. Die Hälfte der Künstler stammten aus der Region Bern und dem Mittelland, die andere Hälfte verteilte sich auf die übrigen Regionen der Schweiz und aus den umliegenden Ländern. Jedem Künstler wurde ein Platz zugewiesen. Die letzte Station vor dem Bundeshaus wurde Schang Hutter zugeteilt.

Bern
Da die Stiftung Grauholz den ersten Vorschlag von Schang Hutter nicht genehmigte, schlug er die Skulptur Shoah vor, mit der Bedingung, seine Skulptur in der Mittelachse des Bundeshauses platzieren zu können, also vor dem Haupteingang, da sonst sein Kunstwerk nicht vollendet wäre.
Da das Bundeshaus achsensymmetrisch ist, war für Schang Hutter von Anfang an klar die Skulptur in der Mittelachse zu platzieren. Denn alles was von Bedeutung ist befindet sich bei der Architektur in der Mitte. Zusätzlich waren die Besucher des Bundeshauses gezwungen, die vor dem Hauptportal befindende Skulptur zu umgehen.
Schang Hutter erhielt die Erlaubnis, seine Eisenskulptur auf dem Bundeshausplatz aufzustellen. Aus Sicherheitsgründen bestanden die Hausherren des Bundeshauses jedoch auf einem um drei Meter nach rechts verschobenen Standort.
Begleitet mit einem Journalisten der Sonntagszeitung stellte Hutter am Samstagmorgen, den 28. Februar 1998, die Plastik Shoah an ihren ursprünglichen Platz, drei Meter vom abgemachten Standort entfernt. Voller Überzeugung, mit dem Glauben, dass die Shoah noch am selben Tag abtransportiert würde, staunte Schang Hutter, als er am selben Abend nichts über den Abtransport der Shoah vernahm.
Einen Tag später erteilte Nationalratspräsident Ernst Leuenberger, ein Parteifreund Hutters, der um drei Meter verschobene Eisenskulptur bis Ende Session das Bleiberecht.

Wie erwartet begann die Diskussion …
(weiterlesen -> zweiundvierzig.ch – der Ausbruch einer Diskussion)