International Holocaust Remembrance Day 2017

Brüssel, 26. Januar 2017

In diesem Jahr erinnern wir an den 75. Jahrestag der Wannsee-Konferenz, bei der die Nazi-Führung in kalter, bürokratischer Präzision die Ermordung der europäischen Juden plante. Je weiter dies zurückliegt, desto größer ist unsere Pflicht, uns Zeit zu nehmen und uns zu erinnern: ‚Die Erinnerung ist zur heiligen Pflicht aller Menschen guten Willens geworden‘ – dies ist das Vermächtnis, das uns der Nobelpreisträger Elie Wiesel, der im vergangenen Jahr gestorben ist, mit auf den Weg gegeben hat. Er selbst hat sein Leben der Aufgabe gewidmet, den Überlebenden der menschlichen Grausamkeit der Shoa eine Stimme zu verleihen.

Unsere Pflicht wird mit jedem Jahr bedeutender, weil wir mit jedem Jahr weniger Überlebende und direkte Zeugen des Holocaust unter uns haben. Es ist nun die Verantwortung der jungen Generation, die Botschaft weiterzutragen, die an Kraft nichts einbüßen darf. Wir werden nie aufhören zu sagen: ‚Wir erinnern uns!‘

Es ist auch der erste Jahrestag, an dem wir des Holocausts gedenken, ohne dass der frühere deutsche Bundespräsident Roman Herzog, der kürzlich verstorben ist, anwesend ist. Er war es, der 1996 den 27. Januar als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt hat. Dies hat auch bewirkt, dass die Vereinten Nationen im Jahr 2005 diesen Tag zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust erklärt haben, in Erinnerung an den 60. Jahrestag der Befreiung des Nazi-Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945.

Die Europäische Union ist ein Projekt, das tief in der Geschichte des europäischen Kontinents verwurzelt ist und die Pflicht des Erinnerns uneingeschränkt teilt. In diesen schwierigen Zeiten ist Erinnerung nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Wegweiser für die Zukunft. Wir dürfen nicht die gleichen Fehler wiederholen und in die gleichen Fallen tappen, wie damals, als Diskriminierung und Hass sich verbreiten konnten. Elie Wiesel erkannte, welch gefährliche Samen durch wachsenden Hass gesät wurden. Er erkannte die Bedrohung dieser neuen Strömung und erhob frühzeitig – lange vor vielen anderen – seine Stimme gegen Antisemitismus, der sein hässliches Gesicht – in neuen Formen – wieder in Europa zeigte.

Die Geschichte warnt uns, dass Hass schnell zu Hetze und Gewalt führen kann. Aus diesem Grund hat die EU es zu ihrer Priorität gemacht, Hass und Hassreden anzugehen – dort, wo sie entstehen. Die Europäische Kommission hat im Mai 2016 einen Verhaltenskodex mit den größten IT-Unternehmen und Plattformen sozialer Medien vereinbart, um illegale Hassreden zu überwachen und zu entfernen – spätestens 24 Stunden, nachdem sie signalisiert wurden. Dies ergänzt die bereits bestehende, von der Europäischen Kommission durchgesetzte Gesetzgebung, welche Handlungen und Worte kriminalisiert, die den Holocaust öffentlich billigen, leugnen oder grob trivialisieren.

Besonders heute, wo ‚fake news‘ leicht verbreitet werden können, darf es keine Nachlässigkeit gegenüber Holocaustleugnungen geben. Dies gilt ungeachtet der Form, in welcher diese getarnt sind: sei es als ‚harte‘ Holocaustleugnung, welche abstreitet, dass der Holocaust jemals stattgefunden hat und welche per Gesetz unter Strafe steht – oder sei es als heimtückische ‚weiche‘ Holocaustleugnung, welche das Ausmaß und den Abgrund des Bösen der Shoa herunterspielt, die Bedeutung des Holocaust für die heutige Welt infrage stellt oder versucht, den Holocaust durch Verweise auf andere Situationen zu verharmlosen.

Angesichts des wachsenden Antisemitismus und anderer Formen des Hasses, angesichts des Wiederauflebens von Vorfällen angestachelt durch Gewalt, ist die Europäische Kommission entschlossen, Antisemitismus in all seinen Formen zu verhindern und zu bekämpfen sowie sicherzustellen, dass alle Juden in Europa das Leben führen können, das sie sich wünschen. Europa wird weiterhin ein Ort des Friedens und der Toleranz sein, wo wir Brücken bauen und wo wir uns Intoleranz und Diskriminierung widersetzen.

Jean-Claude Juncker

Präsident der Europäischen Kommission

Quelle: publicnow

Ani Ma ‘amin

 

אֲנִי מַאֲמִין בֶּאֱמוּנָה שְׁלֵמָה בְּבִיאַת הַמָּשִֽׁיחַ, וְאַף עַל פִּי
שֶׁיִּתְמַהְמֵֽהַּ, עִם כָּל זֶה אֲחַכֶּה לּוֹ בְּכָל יוֹם שֶׁיָּבוֹא.

 

Ani ma’amin,
Be’emuna shelema

Beviat hamashiach ani ma’amin
Beviat hamashiach, ma’amin
Beviat hamashiach ani ma’amin
Beviat hamashiach, ma’amin

Veaf al pi sheyitmahmeha
Im kol zeh, achake loh
Veaf al pi sheyitmahmeha
Im kol zeh, achake loh

Im kol zeh, im kol zeh, achake loh
Achake bechol yom sheyavoh
Im kol zeh, im kol zeh, achake loh
Achake bechol yom sheyavoh

(sof)
Ani ma’amin

 

ICH GLAUBE

Ich glaube, ich glaube
mit unzerstörbarem Glauben,
an das Kommen des Maschiach.
Ich glaube, ich glaube
mit unzerstörbarem Glauben,
an das Kommen des Maschiach.

Und auch wenn er sich verspätet,
so warte ich dennoch auf ihn
Und auch wenn er sich verspätet,
so warte ich dennoch auf ihn
jeden Tag, dass er kommt

(Schluss)
Ich glaube

Erinnere dich! – Zachor!

Yom HaShoah – Holocaust Remembrance Day 2015

«Devant le Martyr Juif Inconnuincline ton respectta piété pour tous les martyrs, chemine en pensée avec euxle long de leur voie douloureuse, elle te conduira au plus haut sommetde justice et de vérité.»

«Vor dem unbekannten jüdischen Märtyrer zeige deinen Respekt, dein Mitleid für alle unsere Märtyrer, begleite sie in Gedanken auf ihrem langen Leidensweg, der dich führen wird auf den höchsten Gipfel der Gerechtigkeit und Wahrheit.»

by Justin Godart (November 26, 1871 – December 12, 1956) was a French politician who served as the Minister for Health from June 3, 1932 to December 18, 1932.

Shoah-Gedenktag 27. Januar 2015

Der Mord an den europäischen Juden

Der 27. Januar ist ein Tag der Erinnerung. 1995 hat der damalige deutsche Bundespräsident Roman Herzog das Datum zum *Shoah-Gedenktag erklärt. Seit 2005 gilt der Tag weltweit als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer der Shoah.

 

*Juden bezeichnen den Massenmord der Deutschen an ihrem Volk als „Shoah“, was auf Hebräisch so viel heißt wie „Katastrophe“.

Shoah – Skulptur von Schang Hutter

Der Skulpturenweg vom Grauholz bis zum Bundeshaus
1998 wurde zum Jubiläum 200 Jahre Helvetik und 150 Jahre Bundesstaat Geld für verschiedene kulturelle Ereignisse locker gemacht. Eines davon war der Skulpturenweg vom Grauholz.
Im Rahmen der Ausstellung Grauholz wurden Künstler eingeladen, sich Gedanken zu machen über den Weg von der alten Eidgenossenschaft bis hin zum modernen Bundesstaat, unter dem sehr weit gefassten Motto „Frei sein – gleich sein – offen sein“. Zu Ende ging die Zeit des alten Bern mit der Niederlage des Anciem Régime gegen die Soldaten von Napoleon, welche die neue Zeit vor 200 Jahren im Grauholz einläuten wollten, 16 Kilometer von Bern entfernt.
Und so führte der Skulpturenweg vom Grauholzdenkmal bis vor das Bundeshaus in Bern. Mit 75 Werken verwandelten die 12 Künstlerinnen und die 64 Künstler diesen Weg in ein Gesamtkunstwerk. Die Hälfte der Künstler stammten aus der Region Bern und dem Mittelland, die andere Hälfte verteilte sich auf die übrigen Regionen der Schweiz und aus den umliegenden Ländern. Jedem Künstler wurde ein Platz zugewiesen. Die letzte Station vor dem Bundeshaus wurde Schang Hutter zugeteilt.

Bern
Da die Stiftung Grauholz den ersten Vorschlag von Schang Hutter nicht genehmigte, schlug er die Skulptur Shoah vor, mit der Bedingung, seine Skulptur in der Mittelachse des Bundeshauses platzieren zu können, also vor dem Haupteingang, da sonst sein Kunstwerk nicht vollendet wäre.
Da das Bundeshaus achsensymmetrisch ist, war für Schang Hutter von Anfang an klar die Skulptur in der Mittelachse zu platzieren. Denn alles was von Bedeutung ist befindet sich bei der Architektur in der Mitte. Zusätzlich waren die Besucher des Bundeshauses gezwungen, die vor dem Hauptportal befindende Skulptur zu umgehen.
Schang Hutter erhielt die Erlaubnis, seine Eisenskulptur auf dem Bundeshausplatz aufzustellen. Aus Sicherheitsgründen bestanden die Hausherren des Bundeshauses jedoch auf einem um drei Meter nach rechts verschobenen Standort.
Begleitet mit einem Journalisten der Sonntagszeitung stellte Hutter am Samstagmorgen, den 28. Februar 1998, die Plastik Shoah an ihren ursprünglichen Platz, drei Meter vom abgemachten Standort entfernt. Voller Überzeugung, mit dem Glauben, dass die Shoah noch am selben Tag abtransportiert würde, staunte Schang Hutter, als er am selben Abend nichts über den Abtransport der Shoah vernahm.
Einen Tag später erteilte Nationalratspräsident Ernst Leuenberger, ein Parteifreund Hutters, der um drei Meter verschobene Eisenskulptur bis Ende Session das Bleiberecht.

Wie erwartet begann die Diskussion …
(weiterlesen -> zweiundvierzig.ch – der Ausbruch einer Diskussion)

Yom haScho’a

Ich bin in einer Tradition grossgeworden, die der Überzeugung ist, das der Tod eines einzigen Kindes die Schöpfung verunstaltet. Niemand kann mir jemals weismachen, dass es möglich ist, eine Million jüdischer Kinder umzubringen und dabei ungestraft davonzukommen. Niemand kann mich je davon überzeugen, dass man ohne Bestrafung solche Zerstörung in so viele Familien hineinbringen kann. Ich glaube, dass mit der Welt etwas geschehen ist, als man schliesslich sah, was uns angetan wurde.  Aber solche Verbrechen liegen vielleicht jenseits jeglicher Strafe …

Die einzige Stafe, die einem solchen Verbrechen angemessen wäre, wäre das Ende der Welt, und das will ich nicht. Keiner von uns will das. Darum vergessen wir all das Geschehene nicht: Weil wir nicht wollen, dass die Welt bestraft wird. Dies ist ein erlösendes Element, das sich durch unsere ganze Erinnerung zieht. Wir wollen die ganze Welt retten, nicht nur die jüdische Welt.

(Auszüge aus einer Rede von Elie Wiesel anlässlich einer Konferenz über den Holocaust, Remembering for the Future, im Juli 1988)

Der heutige Holocaust-Gedenktag Yom haScho’a ist ein israelischer Nationalfeiertag und Gedenktag für die Opfer der Shoa. Die Menschen in Israel gedenken der Millionen Opfer des Holocaust. Nach jüdischer Tradition beginnt der Tag mit Sonnenuntergang am 27. Nisan des jüdischen Kalenders und endet am folgenden Abend. Während des Gedenktages kommt es in Israel zu verschiedenen Veranstaltungen. Beispielsweise heulen um 10 Uhr Ortszeit im ganzen Land die Sirenen. Während des Tages sind sehr viele öffentliche Einrichtungen in Israel geschlossen, im Fernsehen und Radio laufen keine Unterhaltungssendungen, sondern Trauermusik oder Dokumentationen zum Holocaust. Alle Fahnen wehen auf Halbmast. Bei Gedenkveranstaltungen wird das Gebet El male rachamim, auf deutsch „Gott voller Erbarmen“, vorgetragen.

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Aaron Morgan – The Mound Series

Kaddish

Erhoben und geheiligt, sein großer Name, in der Welt die er erneuern wird.
Er belebt die Toten, und führt sie empor zu ewigem Leben,
Er erbaut die Stadt Jiruschalajim
und errichtet seinen Tempel auf ihren Höhen,
Er tilgt die Götzendienerei von der Erde
und bringt den Dienst des Himmels wieder an seine Stelle,
und regieren wird der Heilige, gelobt sei er, in seinem Reiche und in seiner Herrlichkeit,
in eurem Leben und in euren Tagen
und im Leben des ganzen Hauses Israel
schnell und in naher Zeit,
und sprechet: Amejn
Sein großer Name sei gelobt, in Ewigkeit und Ewigkeit der Ewigkeiten!
Es sei gelobt und verherrlicht
und erhoben und gefeiert
und hocherhoben und erhöht
und gepriesen der Name des Heiligen, gelobt sei er,
hoch hinaus über jede Lobpreisung und jedes Lied,
jede Verherrlichung und jedes Trostwort,
welche jemals in der Welt gesprochen,
Und sprechet: Amejn
Es sei der Name des EWIGEN gelobt, von nun an bis in Ewigkeit!
Es sei Fülle des Friedens vom Himmel herab,
und Leben,
über uns und über ganz Israel,
Und sprechet. Amejn!
Meine Hilfe kommt vom EWIGEN, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.
Der Frieden schafft in seinen Höhen, er schaffe Frieden unter uns und über ganz Israel,
Und sprechet. Amejn

Quelle: talmud.de

Wollt ihr den Funken finden? Sucht ihn in der Asche.

Rede von Elie Wiesel (27.01.2000) in deutscher Übersetzung

Anlässlich der Veranstaltung des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar 2000 hielt der Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel eine Gedenkrede.

– Amtliche Übersetzung –

Bundespräsident Rau,
Herr Präsident des Deutschen Bundestages,
Herr Präsident des Bundesrates,
lieber Bundeskanzler Schröder,
Mitglieder des Kabinetts,
meine Damen und Herren Abgeordneten,
Exzellenzen,
Freunde –

Lassen Sie mich mit einer Geschichte beginnen, doch zuvor hoffe ich auf Ihr Verständnis, dass ich als Zeuge zu Ihnen spreche. Und ein Zeuge muss beschwören, dass er die Wahrheit spricht.

Der Jude, der ich bin, glaubt dazu ein Gebet sprechen zu sollen. Vor 55 Jahren kamen die Russen für mich und die mir Nahestehenden ein bisschen zu spät. Darum schauen sie nicht mich an und den Mann, der ich heute bin. Sondern versuchen Sie bitte, in mir die Person zu sehen, die ich vor 55 Jahren war.

Heute bin ich hier mit meiner Frau Marion und zwei sehr nahen Freundinnen Inga und Ira, und darum will ich ein Gebet sprechen. Es stammt aus dem Buch Baruch und heißt: „Gepriesen sei der Herr, dass er mich heute hier sein lässt.“

Und nun zu der Geschichte.

Es war einmal, da lebte in einem fernen Lande ein guter König. Eines Tages sagten ihm seine Sterndeuter, die nächste Ernte werde verflucht sein, und wer von ihr esse, verfalle dem Wahnsinn. Also ließ er einen riesigen Kornspeicher bauen und lagerte dort alles ein, was von der letztjährigen Ernte übrig geblieben war. Sodann vertraute er den Schlüssel zum Kornspeicher seinem engsten Freund an und sagte zu ihm: „Wenn meine Untertanen und ihr König vom Wahnsinn befallen sein werden, sollst du ganz allein das Recht haben, den Kornspeicher zu betreten und unverseuchte Nahrung zu essen. Auf diese Weise entgehst du dem Fluch. Dafür aber fällt dir eine lebenswichtige und unmögliche Aufgabe zu. Du musst kreuz und quer durch die Welt wandern von einem Lande zum andern, von Stadt zu Stadt, von Marktflecken zu Marktflecken und von Person zu Person und aus Leibeskräften rufen: Gute Leute, vergesst nicht, dass ihr wahnsinnig seid! Frauen und Männer, vergesst nicht, vergesst doch bitte nicht, dass ihr wahnsinnig seid!“

Diese Erzählung des großen Rabbi Nachman von Brazlaw, einem Vorläufer von Franz Kafka, gilt gewiss für das Jahrhundert, das eben zu Ende ging, ein Jahrhundert, in dem in der Geschichte der Wahnsinn ausbrach und sie oft zum Alptraum werden ließ. Darum gehen auch wir Zeugen durch die Welt, um einfach zu verkünden: „Vergesst nicht, dass Ihr wahnsinnig wart, vergesst nicht, dass die Geschichte den Wahnsinn beherbergte.“ Der Mann, den Sie liebenswürdigerweise zur Teilnahme an dieser bewegenden Feierstunde in Erinnerung an die Opfer dessen einluden, was wir so unzureichend mit Shoa oder Holocaust bezeichnen und wofür es keine Worte gibt, ist der Sohn eines alten Volkes, dessen Auftrag über die Jahrhunderte darin bestand, den einzigen Gott und die Heiligkeit des menschlichen Lebens zu verkünden. Vor sechzig Jahren wurden er und seine Gemeinschaft in dieser Metropole und Weltstadt der Isolation, dem Elend, der Verzweiflung und dem Tod überantwortet. Dennoch spricht er heute zu Ihnen als Zeuge, und ich hoffe, Sie glauben mir, dass ich zu Ihnen ohne Hass noch Bitterkeit spreche. Mein ganzes Erwachsenenleben lang habe ich versucht, Worte zu finden, die den Hass bekämpfen, aufspüren, entwaffnen – nicht ihn verbreiten.

Werden meine Worte Sie verletzen? Das ist nicht meine Absicht. Doch bitte ich Sie zu verstehen, dass, als ich dieses Hohe Haus betrat, ich meine Erinnerungen nicht hinter mir ließ. Ihretwegen sind sie sogar lebhafter denn je. In diesem kurzen Augenblick will ich nichts anderes tun, als mit wenigen Worten an ein beispielloses Geschehen erinnern, das auf Generationen hin auf dem Schicksal Ihres und meines Volkes lasten wird.

Ich kann dieses Geschehen nicht fassen. Ich versuche es immer noch. Seit meiner Befreiung am 11. April 1945 habe ich alles gelesen, was ich dazu in die Hand bekommen konnte. Historische Abhandlungen, psychologische Analysen, Zeugenaussagen und Vermächtnisse, Gedichte und Gebete, Tagebücher von Mördern und Betrachtungen von Opfern, sogar an Gott adressierte Kinderbriefe. Doch bringe ich es auch fertig, mir die Fakten, Zahlen und technischen Aspekte der „Aktionen“ anzueignen, so entzieht sich mir immer noch die unerbittliche Bedeutung, die allem innewohnt und es übersteigt. Die Nürnberger Gesetze, die judenfeindlichen Verordnungen, die Kristallnacht, die öffentliche Demütigung stolzer jüdischer Bürger, darunter auch tapferer Frontkämpfer des Ersten Weltkrieges, die ersten Konzentrationslager, die Euthanasie deutscher Bürger, die Wannsee-Konferenz, auf der die höchsten Beamten des Landes einfach den Wahnsinn hatten, die Gültigkeit, Legalität und Methoden der Vernichtung eines ganzen Volkes zu diskutieren. Und dann natürlich Dachau, Auschwitz, Majdanek, Sobibor – diese Hauptstädte dieses Jahrhunderts. O diese Namen … Wahrzeichen, Flaggen, schwarze Flaggen, der Welt zur Erinnerung an eine Welt, die damals war. Was hat sie ermöglicht? Wie soll man den Kult von Hass und Tod begreifen, der in Ihrem Lande herrschte? Wie konnten intelligente, oft hervorragend gebildete junge Männer aus gutem Hause und mit Diplomen der namhaftesten deutschen Universitäten in der Tasche, die damals zu den angesehensten der Welt zählten, sich so sehr vom Bösen verführen lassen, dass sie ihren Genius, diesen Genius des Bösen, dafür einsetzten, jüdische Männer, Frauen und Kinder zu quälen und zu töten, die sie noch nie gesehen hatten? Sie taten es ja nicht etwa, weil diese Juden reich oder arm, gläubig oder ungläubig, politische Gegner, Patrioten oder Kosmopoliten waren, sondern einzig darum, weil sie als Juden geboren waren. Ihre Geburtsurkunde war de facto ihr Todesurteil. Haben sich ihre Henker wirklich stark und heldenhaft gefühlt, indem sie wehrlose Kinder mordeten? Konnten sie denn wirklich Angst haben vor alten und kranken Personen und kleinen Kindern, so dass sie sie zur erwählten Zielscheibe stempeln mussten? Was hatten sie denn an sich, das ihnen solche Angst einjagte? Ihre Schwäche, ihre Un-schuld vielleicht? Waren die Mörder überhaupt noch Menschen? Diese Frage ist meine Zwangsvorstellung. Wo endet Menschlichkeit? Gibt es eine Grenze, jenseits der Menschlichkeit ihren Namen nicht mehr verdient?

Während meiner Vorbereitung auf meine heutige Begegnung mit Ihnen – die ich (und Sie, Herr Bundestagspräsident, haben es gesagt) auf mehr als nur einer Ebene symbolisch empfinde – habe ich gewisse Berichte von Überlebenden und Zeugen wieder gelesen, die zum Teil noch leben, zum Teil schon tot sind. Und wieder traf mich mit voller Wucht die ewige Gleichartigkeit der grausamen Szenen. Es ist, als habe ein einziger Deutscher, immer derselbe, je und je immer nur ein und denselben Juden gequält und getötet, sechs Millionen mal. Und doch ist jede Episode so unverwechselbar einmalig, wie jeder nach Gottes Bildnis geschaffene Mensch einmalig ist.

Das ist der Grund, warum ich – ich bin kein Historiker – nicht von der Geschichte spreche, sondern einfach Geschichten erzähle. Hier ist eine von ihnen: Sie geschieht im September 1941 in Babi-Yar in Kiew und wird von einem Augenzeugen, einem gewissen B. A. Liebmann berichtet.

Eine jüdische Familie hält sich seit Tagen in einer Höhle versteckt. Die Mutter beschließt, mit ihren beiden Kindern im nahen Dorf Hilfe zu suchen. Sie fallen einer Gruppe betrunkener Deutscher in die Hände, die nun vor den Augen der Mutter erst das eine Kind köpfen, dann das andere. Während die fassungslose Mutter die Körper ihrer beiden toten Kinder umklammert, bringen die Deutschen, denen das Schauspiel offenkundig Vergnügen bereitet, auch die Mutter um. Als der Vater auf der Bildfläche erscheint, wird er ebenfalls ermordet. Ich fasse das nicht.

Man könnte mehr solche Geschichten erzählen, sechs Millionen mehr. Von allen Verbrechen gegen das jüdische Volk, das meinige, ist das Schlimmste der Mord an seinen Kindern. Immer waren sie die ersten, die ergriffen und in den Tod geschickt wurden. Eineinhalb Millionen jüdischer Kinder sind umgekommen. Meine Damen und Herren, wollte ich heute allein ihre Namen aufsagen, die Moischele, die Jankele, die Sodele, wollte ich allein ihre Namen rezitieren, ich stünde Monate und Jahre hier …

Aber haben denn nicht auch die Völker der Welt mit ihnen so unendlich viel verloren, nicht nur mein eigenes? Wie viele Wohltäter der Menschheit kamen da um, als sie gerade einen Monat, ein Jahr alt waren? Wissenschaftler hätten unter ihnen sein können, Forscher, die ein Heilmittel für AIDS oder eine Heilung für Krebs erfunden hätten. Große Gedichte hätten sie schreiben können, die jedem Inspiration geboten, ihn zum Verzicht auf Gewalt und Krieg bewegt hätten, oder auch nur ein paar Worte oder ein Lied, in denen Menschen endlich zusammengefunden hätten.

Es gibt ein Bild, wie lachende Soldaten einen jüdischen Jungen in einem Ghetto umringen, wahrscheinlich in Warschau. Ich sehe es mir oft an. Was an dem traurigen und verängstigten jüdischen Kind mit den hoch erhobenen Armen amüsierte die deutschen Soldaten denn so? Was war denn so komisch daran, ihn zu foltern? War diesen Soldaten, vermutlich guten Ehemännern und Vätern, denn nicht bewusst, was sie ihm antaten? Dachten sie nicht an ihre eigenen Kinder und Enkel, die später die Bürde ihrer Verbrechen zu tragen hatten und die doch, wie ich noch sagen werde, unschuldig sind? Iwan Karamasow war der Meinung, „grausame Menschen sind manchmal sehr kinderlieb“. Mag sein, aber für jüdische Kinder gilt das nicht.

Natürlich wurde uns Juden im besetzten Europa bald klar, dass die freie Welt wusste, was mit uns geschah, und sie deshalb, wenngleich in ganz anderem Maße, mitverantwortlich war. Die Alliierten schien es nicht besonders zu kümmern; sie machten ihre Grenzen für uns nicht auf, als noch Zeit war. Und so gelangte Berlin zu der Überzeugung, unser Schicksal berühre niemanden wirklich. Nicht einmal Gott, den Gott Israels, schien es zu rühren. Mehr noch als das Schweigen der andern war sein Schweigen ein Geheimnis, das vielen von uns rätselhaft bleibt und uns bedrückt bis auf den heutigen Tag. Doch dies ist ein anderes Thema, das wir am heftigsten diskutieren, wenn wir unter uns sind. Wovon wir heute reden sollen, das sind nur die Juden und die Deutschen, damals und jetzt. Mein Volk hatte zahllose Feinde, seitdem es auf der Weltbühne auftrat. Wir erinnern uns ihrer aller. Aber keiner hat uns so tief verwundet wie Hitlerdeutschland. Im Verlauf der Jahrtausende haben wir Diskriminierung, Verfolgung, vielfältige Isolierung erlitten, die Kreuzzüge, die Inquisition, die Pogrome, die verschiedenen Folgen eingefleischten Judenhasses überlebt. Aber der Holocaust ging viel weiter. Ich sage es unter Schmerzen: Kein Volk, keine Ideologie, kein System hat je in so kurzer Zeit ein solches Ausmaß an Brutalität, Leid und Demütigung über ein Volk gebracht wie das Ihrige über das meine.

Das Urteil, welches das Dritte Reich über uns sprach, war tödlich und unwiderruflich. Die bis ins Kleinste geplante Endlösung war geradezu eschatologisch; ihr Ziel war die Vertilgung auch noch des allerletzten Juden vom Antlitz der Erde. Dieses Ziel stand über allen anderen; so genoss beispielsweise die Deportierung der ungarischen Juden, zu denen ich gehöre, Vorrang vor dem Transport der dringend benötigten Soldaten zur Front.

Ich weiß, dass nicht alle Deutschen mitmachten, und auch an sie müssen wir denken. An jene, die den Mut hatten, sich gegen die amtliche Rassenideologie zu stellen. Jene, die dem totalitären Nazi-Regime widerstanden. Jene, die es zu stürzen versuchten und mit ihrem Leben dafür bezahlten. Zu Recht ehren Sie ihre Tapferkeit. Nur, leider, waren es wenige. Und die jüdischen Freunden und Nachbarn beistanden, waren noch weniger.

Viele in Deutschland und anderswo lasten heute alle Schuld den Nazis auf. „Die Nazis haben dies oder jenes getan“, heißt die akzeptierte Formel. Die Nazis, nicht die Deutschen. Soll das heißen, dass es zwei parallele Geschichten Deutschlands gibt, eine Nazi-Geschichte und die deutsche Geschichte? Natürlich waren nicht alle Deutschen Nazis. Aber wiederum kann ich Ihnen als Zeuge sagen, dass damals das Wort „deutsch“ Ängste einjagte, dass wir uns fürchteten, wenn wir hörten, die Deutschen kämen.

An diesem Ort versuchen die neuen Führer des deutschen Volkes tapfer und ehrenvoll ein neues Schicksal aufzubauen. Eine menschlichere Philosophie für die Lebenden, und wir sind gekommen zu sagen, wie sehr wir dies begrüßen. In jener Zeit kam der Beschluss, uns aus der Geschichte zu beseitigen, zwar von höchster Stelle, aber ausgeführt wurde er unten. Und wenn man die Opfer fragt, war alles deutsch – das Zyklongas war deutsch, die die Krematorien bauten, waren deutsch, die die Gaskammern bauten, waren deutsch. Die Befehle wurden auf deutsch gegeben. Paul Celan sagt: „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland.“ Celan hat Selbstmord verübt, weil er gespürt haben dürfte, dass sein Ausspruch diese wesentliche Wahrheit seiner oder unserer Erfahrung immer noch nicht mitzuteilen vermochte. Bis zum Ende der Zeiten wird Auschwitz Teil Ihrer Geschichte sein, so wie es Teil der meinigen sein wird.

Ich weiß, es fällt Ihnen schwer und schmerzt Sie, in solchen Kategorien zu denken. Sie sind eine neue Generation, keiner von Ihnen musste einen Eid auf Hitler leisten. Natürlich hat keiner von Ihnen ein Verbrechen oder eine Sünde begangen. Aber ich bin sicher, dass sie sich in bangen Momenten fragen, wo waren damals unsere Eltern, wo standen sie?

Ich sehe mich veranlasst, hier zu wiederholen, was ich überall sage: Ich glaube nicht an Kollektivschuld; nur die Schuldigen sind schuldig; nur sie und ihre Komplizen. Nicht jene, die damals noch nicht waren, und schon gar nicht die Kinder. Die Kinder von Mördern sind nicht Mörder, sondern Kinder. Und Ihre Kinder, von denen viele so gut sind, ich kenne sie doch. Ein paar waren meine Schüler. Sie sind wunderbar, hoch motiviert und zugleich sich quälend, verständlicherweise. Irgendwie fühlen sie sich schuldig, obwohl sie keinen Anlass dazu haben. Und was sie tun, um Ihr Land und Volk zu erlösen, ist gewaltig. Alles Geistige berührt sie. Sie gehen nach Israel und helfen beim Aufbau mit, verhelfen den Menschenrechten zum Durchbruch, weil sie, Ihre Kinder, spüren, dass diese dunkle Zeit nicht in Vergessenheit geraten darf.

Was also ist es, was wir den Holocaust nennen? War er eine Konsequenz der Geschichte, eine Verirrung der Geschichte? Dies ist nicht die Zeit und der Ort, darüber zu sprechen. Dafür gibt es andere Zeiten, in der Schule zum Beispiel, denn Erziehung ist wichtig. Gestern nahmen der Bundeskanzler und ich an einer Sitzung in Stockholm über die Holocaust-Erziehung teil. Und Ihre Worte sind dort auf großes Echo gestoßen. Ich weiß nicht, ob ich die Antwort parat habe, aber Erziehung über den Holocaust ist bestimmt ein wichtiger Teil der Antwort. Also tut es, nehmt euch die Zeit, bewilligt die Gelder, tut, was immer ihr könnt, damit die Kinder, Ihre Kinder, die wissen wollen, auch wissen können.

Hier stehe ich und erinnere mich an vor 55 Jahren. Ich erinnere mich, und wenn ich sagen soll, woran ich mich erinnere, dann zittere ich. Reden wir also lieber von dem, was zu tun ist. Ich als Jude spreche natürlich von den jüdischen Opfern, von meinem Volk. Ihre Tragödie war einmalig, aber ich vergesse darüber die anderen Opfer nicht. Wenn ich als Jude von jüdischen Opfern spreche, dann ehre ich auch alle anderen. Ich pflege zu sagen: Waren auch nicht alle Opfer Juden, so waren doch alle Juden Opfer.

Ihrer zu gedenken, Herr Präsident, Herr Bundeskanzler, Herr Bundestagspräsident, hat dieses Parlament beschlossen, den 27. Januar zum Nationalen Holocaust-Gedenktag zu erheben, und diese Entscheidung macht Ihnen Ehre. Meine Anwesenheit heute soll Ihren Willen bezeugen, die Pforten der Erinnerung zu öffnen – und gemeinsam unsere Überzeugung und Entschlossenheit zu bekunden, dass es höchste Zeit ist, dass Kain aufhört, seinen Bruder Abel zu ermorden.

Gewiss wird es Stimmen geben, die sagen, man mache es sich zu leicht, wenn man einen Tag im Jahr dazu ausersehe, einen Gedenkspruch zu sprechen und sich dann wieder dem Alltag zuzuwenden. Das sei doch bloßer Schein. Doch ich bin nicht dieser Meinung. Ich nehme Ihren Schritt ernst. Ich glaube nicht, dass Sie sich der Befreiung von Auschwitz erinnern wollen, um Auschwitz zu vergessen. Im Gegenteil, Sie wollen diese Befreiung ins Gedächtnis rufen, um alles davor zu verurteilen und mehr darüber zu erfahren. Ebenso wenig glaube ich, dass Sie den unanständigen Stimmen in diesem Land Gehör schenken wollen, die Ihnen einflüstern, doch endlich „das Blatt zu wenden“, weil Sie angeblich „diese Geschichten satt haben“. Wer einen Schlussstrich ziehen will, hat es schon längst getan. Er hat nicht nur das Blatt gewendet, sondern es aus seinem Bewusstsein gerissen. Wer sich dazu herbeilässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal. Das aber ist dann seine Last.

Nach dem Krieg erwarteten einige von uns von einem besiegten und gedemütigten Deutschland eine kraftvollere Botschaft der Reue und Zerknirschung, die dem moralischen Anspruch gemäß wäre; es war aber eher nur eine politische. Doch dann, seit Konrad Adenauers Zeiten, sind Sie eine Demokratie geworden, die würdig war, ihren Platz in der Völkerfamilie einzunehmen. Sie haben Israel politisch, wirtschaftlich und strategisch konsequent unterstützt. Ihre finanziellen Wiedergutmachungsleistungen an die Opfer, vor allem die jüdischen, und das, was sie für die Zwangsarbeiter nun als Gesetzentwurf vorsehen, sind positiv. Aber vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt gekommen für eine Geste, die weltweites Echo fände.

Bundespräsident Rau, vor ein paar Wochen haben Sie sich mit einer Gruppe von Auschwitz-Überlebenden getroffen. Einer davon erzählte mir, Sie hätten etwas sehr Bewegendes gesagt. Sie baten um Verzeihung für das, was das deutsche Volk ihnen angetan hat. Warum dies nicht auch hier tun, im Geist dieses feierlichen Tages? Warum soll nicht der Bundestag dies Deutschland und seinen Verbündeten und Freunden und insbesondere den jungen Menschen sagen? Haben Sie das jüdische Volk gebeten, Deutschland zu verzeihen, was das Dritte Reich in Deutschlands Namen so vielen von uns angetan hat? Tun Sie es, und es wird in der Welt widerhallen. Tun sie es, und dieser Gedenktag erhält eine noch größere Dimension. Tun sie es, und die Welt wird wissen, dass ihr Vertrauen auf Deutschland nun wahrhaft gerechtfertigt ist. Denn jenseits aller nationalen, ethnischen oder religiösen Erwägungen war in jenen dunklen Tagen die Menschheit als solche gefährdet. Ist es in gewisser Weise immer noch. Was immer das neue Jahrhundert bringen mag, und wir brauchen verzweifelt Hoffnung für das neue Jahrhundert und seine neue Generation – Auschwitz wird den Menschen weiterhin zwingen, die dunkelsten Abgründe seines Seins zu durchforschen und sich ihrer schwankenden Wahrheit zu stellen.

Oben sagte ich, dass ich Geschichten bevorzuge. Lassen Sie mich schließen mit der Geschichte eines kleinen Judenmädchens, das gemeinsam mit ihrer Mutter in der Nacht ihrer Ankunft im Mai 1944 in Birkenau starb. Acht Jahre war sie alt und hatte nichts getan, was Ihrem Volk hätte schaden können – warum musste sie diesen grässlichen Tod erleiden? Und würde ihr Bruder so alt wie die Welt, er würde es niemals begreifen. Darum zitiert er einfach einen anderen großen chassidischen Meister, Asasow von Galizien. Er war für sein Mitgefühl bekannt und sagte: „Meine Freunde, wollt ihr den Funken finden? Sucht ihn in der Asche.“

Begegnungen mit Überlebenden der Shoah

 

Noch leben die Überlebenden des Holocaust – und zwar mitten unter uns. Viele haben hier ein zweites Leben, eine Existenz, eine Familie aufgebaut. Sie tragen die Geschichten und Erlebnisse des Holocaust als lebendige Zeitzeug/innen.
Durch die Begegnung mit KZ-Überlebenden des Holocaust haben später Geborene die Möglichkeit ein Stück Geschichte persönlich kennen zu lernen und die Gelegenheit darüber nachzudenken, wie man sich in Zukunft gegen Ausgrenzung und Diffamierung von jüdischen Menschen einsetzen kann.
Die Kurse werden in gemischten Teams geleitet: von Juden und Jüdinnen verschiedenen Alters gemeinsam mit nicht jüdischen Leiter/innen.

Ein Interview mit André Sirtes wurde auf Schweizer Radio DRS in der Sendung Rendez-vous vom 19. September 2007 ausgestrahlt. Es kann hier heruntergeladen werden (39.5 MB).
 
Quelle: NCBI

 

 

Shoah – Gedenken über die Zeit hinaus